Törnbericht Kapverden

Sei hautnah bei unserem Törn dabei

Hier findest Du ab 14.11.2019 aktuelle Berichte, Fotos und Videos von unserem Kapverden-Törn.

Verfolge unsere aktuelle Position

Wir sind mit einem GPS-Tracker ausgerüstet, welcher regelmässig die aktuelle Position von unserem Katamaran übermittelt. Karte in neuem Tab öffnen

Die Ausgangslage

Mitte November 2019 tauche ich mit meiner Crew in eine ganz spezielle Welt ab: Wir besuchen den Archipel der Kapverden. Die afrikanische Inselgruppe befindet sich ca. 340 Seemeilen westlich von Senegal und etwa 800 Seemeilen südlich der Kanaren.

Unser Vorhaben: Die Aktualisierung des einzigen nautischen Törnführers der Kapverden, der in deutscher Sprache existiert. Ursprünglich wurde das Werk vom äusserst erfahrenen Kapverden-Skipper aus Bern, André Mégroz, geschrieben und publiziert. Er hat den Törnführer über die Jahre mit viel Herzblut ständig aktualisiert.

André vertraute mir das grossartige Werk an. Das macht mich sehr stolz, da ich von meinen zahlreichen Kapverden-Törns immer sehr fasziniert war. Es wird auch meine Passion sein, diesen Führer ständig zu aktualisieren, damit dieser auch in Zukunft das unverzichtbare Hilfsmittel für die Kapverdischen Inseln bleibt.

Am 14. November ist es soweit: Frühmorgens heben wir mit der portugiesischen Airline TAP in Zürich Kloten ab, mit einem kurzen Zwischenstopp in Lissabon, und landen kurz nach Mittag auf der Insel Sao Vicente… Wenn alles wie geplant läuft…

Der Reisebericht: Ab diesem Datum findest Du hier den Beginn eines exklusiven Reiseberichtes über die fantastische Region der Kapverden. Während eines Monates, werden wir immer wieder über die Highlights unserer Erlebnisse berichten! Seid dabei!

Törnbericht - Woche 1

Donnerstag, 14. Novenber 2019: Tag 1 - Die Anreise nach Mindelo

Um 13 Uhr Ortszeit ist es soweit. Das Flugzeug setzt sanft im Flughafen Cesária Évora auf São Vicente auf. Es ist überraschend sommerlich. Nur unser Aufgabegepäck ist leider nicht mitgeflogen und klimatisiert sich in Lissabon noch ein wenig an die südlicheren Breitengrade an. Uns wird versichert, dass unser Gepäck am nächsten Tag ankommen wird. 

Wir fahren mit unserem Handgepäck für 10 Euro mit dem Taxi nach Mindelo. Euros werden an den meisten Orten akzeptiert, der Kurs beträgt 1:100.

Um die ungewollte Überraschung mit dem Gepäck zu verdauen, gehen wir im Hafenrestaurant Nautilus (früher Club Nauticoetwas essen. Wir kommen in den Genuss von lokalen Köstlichkeiten und kühlen uns mit einheimischem Bier und Weisswein von der Insel Fogo ab. Gestärkt sehen wir uns die Hafenanlage und unser Schiff, den Katamaran Pearl, an. Es herrscht reger Betrieb in der Marina. Die Masten der Segelschiffe und die Motorboote der örtlichen Fischer prägen das Bild. Eine Regatta mit dem Ziel Atlantiküberquerung läuft am nächsten Tag aus der Bucht von Mindelo aus. Wir analysieren die verschiedenen Crews bei den letzten Vorbereitungen und fachsimpeln über deren Schiffe und Ausrüstungen.

Abendessen gibt es bei unserem Apartment um die Ecke. Wir nehmen in einem kleinen Restaurant mit Ausblick auf den Coco Cabana-Strand von Mindelo Platz. Wir gönnen uns den einen oder anderen Ankertrunk an der Strandbar und fühlen zum ersten Mal kapverdischen Sand zwischen unseren Zehen. 

Freitag, 15. November 2019: Tag 2 - Besichtigung von São Vicente 

Wir suchen einen Mietwagen, um die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Mit diesem wollten wir später auch noch unser Gepäck am Flughafen abholen. Dies entpuppte sich jedoch als "Mission Impossible". Uns wird an mehreren Orten versichert, dass aktuell auf der ganzen Insel kein einziges Mietauto frei sei. Daher flanieren wir weiter durch Mindelo. Die kleine Hafenstadt birgt einige Bijous: Auf dem Marktplatz werden lokale Spezialitäten und Kunsthandwerk feilgeboten, das Highlight jedoch ist der Fischmarkt. Im kleinen Café um die Ecke treffen wir Carlos und kommen rasch ins Gespräch, Carlos spricht Englisch, was für die Leute aus Cabo Verde nicht selbstverständlich ist. Er macht uns das Angebot, uns in seinem Pickup quer durch die Insel zu chauffieren! Wir willigten natürlich gleich zu einem Preis von EUR 100 ein.

Wir steigen in den Wagen und fahren kurzerhand zu unserem Apartment, um Drohne und Reiseführer abzuholen. Unsere Ausrüstung ist nun komplett. Carlos führt uns zuerst zu einem Aussichtspunkt, nördlich vom Hafen. Dort befinden sich Bunkeranlagen und Kanonen aus dem zweiten Weltkrieg, welche allerdings nie zum Einsatz gekommen sind. Wir spazieren ein wenig herum und erkunden die alten, teils verfallenen Bunker und geniessen die Aussicht über die Klippen. Wir stellen fest: Hier herrscht toller Wind zum Segeln. Dank Ausblick über die Hafenbucht können wir dem Start der Regatta zuschauen. Weiter geht es auf einen Aussichtspunkt im Herzen von Mindelo. Die Stadt ist weitläufiger als zuerst angenommen. Die Bevölkerungszahl beträgt 85'000 Einwohner - über 95% der Inselbevölkerung ist hier beheimatet.

Auf der Fahrt nach São Pedro, fahren wir an einem Armeestützpunkt vorbei. So nebenbei zeigt Carlos uns eine neu erbaute Villa am Meer und macht uns sogleich auch ein Kaufangebot dafür. Diese Villa gehöre einem Freund von ihm, er verfüge über den Schlüssel, falls wir uns das Haus ansehen möchten. Wir lehnen dankend ab und machen erst Halt am Strand von São Pedro. Diesen Strand konnten wir bereits bei der Landung mit dem Flugzeug bestaunen. Wir heben einige Muscheln auf, lassen den goldenen Sand unsere Füsse kitzeln und klettern über Felsen. Das gibt ungemein Hunger! Carlos war auch für diese Situation gerüstet, denn er fuhr uns ins nahegelegene Restaurant St. André. Wir kommen in den Genuss von verschiedenen kapverdischen Spezialitäten: Tuna-Filet, Gratin mit Mariscos (Meeresfrüchte), Omelette mit Spinat und eine Fleischplatte, dazu gibt es Salat, Pommes Frites und frisches Gemüse. Ein kühles Bier (Strela, die kapverdische Brauerei des Vertrauens) durfte natürlich nicht fehlen. Carlos trinkt und isst mit und gibt weitere Informationen über Land und Leute preis. Er ist ein sehr angenehmer und für kapverdische Verhältnisse eher zurückhaltender Tischgenosse. Wir haben ihn gerne zu Speis und Trank eingeladen. Die lockere Lebensweise der Kapverdier ist ansteckend und versetzt uns ins absolute Ferienfeeling. Trotzdem steht noch eine "must do" Aufgabe auf der Agenda: Unser Gepäck!!!

Keine fünf Minuten später stehen wir wieder in der Empfangshalle des Cesária Évora Airport, zum Glück entdecken wir unser Gepäck auf den ersten Blick. Es stehen noch diverse Koffer daneben, nicht nur unser Gepäck ging in Lissabon vergessen. Wir beladen die Ladefläche von Carlos' Pickup mit unserem Aufgabegepäck und bringen dieses sicher in unser Apartment.  

Über die Lavafelder geht es auf einen weiteren Aussichtspunkt, wir bestaunen die von Lavagesteinsformationen geprägte Landschaft. Weiter östlich machen wir auf einem weiteren Aussichtspunkt Halt, hier haben wir Ausblick auf den Strand von CalhauEntlang der Ostküste fahren wir nordwärts und machen Halt in der Baia das Gatas. Der Besuch einer Schildkrötenauffangstation ist Programm, im Aussenpool werden wir von einer grossen Schildkröte begrüsst 

Weiter über die Küstenstrasse fahren wir zum schier unendlichen Sandstrand von Salamansa: Ein Hotspot für Kitesurfer. Zum Abschluss unserer Inseltour geht es auf den Monte Verde (750m), der höchste Punkt der Insel. Das für die Kapverden typische dunstige Wetter macht eine Rundumsicht schier unmöglich. Wir haben nur Sicht auf Mindelo und die umliegenden Gebirgszüge. Zurück im Apartment, verabschieden wir uns von Carlos. Am Abend steht ein Restaurantbesuch im Pica Pau auf dem Programm: An den Wänden hängen Gästebucheinträge von Gästen und insbesondere von vielen Segelcrews der letzten 30 Jahre. Das traditionsreiche Restaurant ist für Seafood, im speziellen Lobster, bekannt.

Samstag, 16. November 2019: Tag 3  Einkaufen und Schiffsübernahme 

Wir starten den Tag mit der Zusammenstellung einer Einkaufsliste. Wir entführen kurzerhand einen Transportwagen der Marina und machen die beiden Supermärkte in Hafennähe unsicher. Da wir vier Wochen auf dem Schiff verbringen werden, benötigen wir viel Proviant. Wir laufen einige Male hin und her. Die Einheimischen haben nur wenige Einkommensmöglichkeiten, deshalb ist für sie ein kleines Trinkgeld eine willkommene Unterstützung, dies für den Transport der Einkäufe.

Nachmittags übernehmen wir die Pearl: Ein Katamaran, der wenige Tage vorher aus Kroatien angekommen ist. Die Übergabe verläuft detailliert aber unkompliziert. Was noch nicht an Bord ist, wird umgehend organisiert. Die Einkäufe werden im Bauch der Pearl gebunkert. Jede kleinste Ritze des Schiffs wird zur Lagerfläche. Nun müssen auch unsere Bäuche langsam aber sicher wieder gefüllt werden. Dafür begeben wir uns nach getaner Arbeit ins Nahe gelegene Restaurant Nautilus.

Sonntag, 17. November 2019: Tag 4  Überfahrt nach Monte Trigo (Santo Antão) 

Bevor wir die mit Schiffwracks bespickte Bucht von Mindelo verlassen, organisieren wir noch die letzten Dinge, die wir für unseren Törn benötigen. Internetguthaben und eine SIM-Karte für unseren WLAN-Router. Dies gibt es etwa gleich bei der Marina (8GB für 10 EUR) oder nebenan beim CV Movil Shop zu ähnlichen Konditionen.

Wir verlassen den Hafen und setzen Segel in Richtung Santo Antão: Der jüngsten Insel des Archipels. Auf der Westseite machen an einer Boje vor Monte Trigo fest. Ein kleines Fischerdorf, das sonst nur über Säumerpfade erreichbar ist. Als wir unseren Ankertrunk zu uns nehmen, werden wir von einer Gruppe Delfinen begrüsst. Wie schön! Beim Blick auf die Karte fällt uns zudem auf, dass wir gerade am wahrscheinlich westlichsten Ankerplatz von Afrika festgemacht haben. Monte Trigo ist am kargen Hang erbaut. Rund um das Dörfchen sind Grünflächen erkennbar. Wir befinden uns gleich vor dem Restaurant von Julimilson, wo wir nach vorheriger Anmeldung zu Abend essen. Es gibt für wenig Geld typische kapverdische Küche: Grillierter Fisch mit Gemüse, Reis und Pommes. Es ist schon spät geworden. In der lokalen Bar hat es sich bereits ausgetanzt. So fahren wir mit unserem Dingi durch die Brandung zurück zur Pearl.

Montag, 18. November 2019: Tag 5  Überfahrt von Monte Trigo nach Santa Luzia 

Ein kräftiges Frühstück erfreut jeden Seemann. Das fröhliche Abschiedskomitee der Delfine umso mehr! Aus der vom Wind komplett geschützten Bucht von Monte Trigo fahren wir unter Motor in Richtung Kanal von Sao Vicente. Beim Erreichen des südlichen Kaps von Santo Antão, setzen wir Segel für den langen Schlag nach Santa Luzia.

Santa Luzia ist die grösste unbewohnte Insel der Kapverden. Mittlerweile ist sie ein Naturschutzgebiet und darf gemäss den Informationen der Marina in Mindelo nur mit Bewilligung betreten werden. Grund dafür ist die grosse Schildkrötenpopulation, die an den Stränden von Santa Luzia ihre Eier vergraben.

Heute Abend ist kein Restaurantbesuch angesagt. Es gibt Eintopf aus der Bordküche. Wir setzen den Anker vor der Praia de Palmo a Tostao. Aufgrund der exponierten Lage des Ankergrunds, prüfen wir zweimal, ob unser Anker wirklich hält! Am Abend pfeift uns der Wind mit Böen bis zu 30 Knoten um die Ohren. Erschöpft von den Strapazen gehen wir früh zu Bett und versuchen unsere Energiereserven für den nächsten Tag aufzutanken.

Dienstag, 19. November 2019: Tag 6  Santa Luzia nach Tarrafal (SãNicolau) 

Nach der unruhigen Nacht, scheint uns die Sonne ins Gesicht und wir gönnen uns ein reichhaltiges Frühstück auf dem Schiff. Mit dem Motor fahren wir der Küste Santa Luzia’s entlang, bis zum östlichsten Punkt der Insel. Danach noch etwas weiter Richtung Osten, damit wir genügend Höhe gewinnen, um direkt nach Sao Nicolau zu segeln.

Unterwegs zur Westküste von São Nicolau, erreichen wir die bisher höchsten Geschwindigkeiten von 11 Knoten. Dort angekommen, bricht der Wind von der einen Sekunde auf die nächsten komplett zusammen. Weiter geht’s unter Motor ein kleines Stück bis zur weiter südlich gelegenen Hafenbucht von Tarrafal, wo wir den Anker setzen. Die Ankerbucht ist sehr ruhig und lädt zum Baden ein. Wir genehmigen uns in der Abendsonne einen Ankertrunk im Netz der Pearl, während unser Skipper und Crewmitglied Pädu unser Eintreffen den örtlichen Behörden meldet. Sie machen auch gleich Bekanntschaft mit dem 19-jährigen Marcio und buchen bei ihm eine Tour über die Insel für den nächsten Tag.

Mittwoch, 20. November 2019: Tag 7 – Motorreperatur & Besichtigung von Sao Nicolau 

Unser Backbordmotor macht uns schon eine Weile Sorgen! Rudi hat uns netterweise zwei Mechaniker in Tarrafal aufgeboten. Wir warten geschlagene zwei Stunden auf die Mechaniker. Offenbar befinden wir uns noch in der Schweizer Zeitrechnung und sind noch nicht zu hundert Prozent mit dem kapverdischen Rhythmus synchron. Die beiden Mechaniker treffen gegen Mittag mit dem Bootstaxi bei uns auf der Pearl ein. Die Handgriffe der beiden Mechaniker sitzen, rasch sind die beiden Filter ausgetauscht und unser Backbordmotor schnurrt jetzt wie ein Kätzchen. Nachdem wir mit unseren Mechanikern ein Bier getrunken und mit ihnen gescherzt haben, fahren wir die Jungs mit unserem Dingi zum nächsten Boot, wo ein weiterer Auftrag auf sie wartet.

Nachmittags machen wir eine Tour durch São Nicolau. Unser Fahrer Elvis und unser Guide Marcio zeigen uns die Sehenswürdigkeiten: Die Carberinho Felsformationen, Passüberfahrt nach Ribeira Brava und der kleine Hafen von Preguica. Die holprige Fahrt durchs Inselinnere macht uns Spass, besonders beeindruckend ist die Passhöhe mit Ausblick auf die grüne Nordseite. Es hat schon lange eingedunkelt, als wir nach Tarrafal zurückkehren. Wir sind froh, dass unsere Dingi-Bodyguards gut aufgepasst haben.

Donnerstag, 21. November 2019: Tag 8 – Zurück nach Mindelo

Nelson, den wir in Taraffal kennen gelernt haben, hat uns Wasser für die Pearl organisiert. Auf den Kapverden kein einfaches Unterfangen! Wir machen an der Mole, die sonst für die Fähre vorgesehen ist, Halt und dort warten auch schon Nelson und seine Leute mit einem Bedford-Tankfahrzeug. Unser Wasserreservoir ist aufgefüllt und wir machen nochmals Halt in der Bucht vor Tarrafal: Es gibt eine wichtige Entscheidung zu fällen…

Erst jetzt stellen wir fest, dass unser Backbordmotor unter Last immer noch nicht die erforderliche Leistung erbringt. Wir telefonieren mit Rudi vom Startstützpunkt Mindelo und entscheiden anschliessend, nach Mindelo zurückzukehren, da nur dort der Motor genauer analysiert und repariert werden kann. Unsere Pläne nach Sal und Boavista weiter zu segeln, werfen wir flugs über Bord und machen uns auf nach Mindelo. Unsere Laune wird dadurch keineswegs getrübt. Segler müssen schliesslich flexibel sein!

Die Überfahrt von Tarrafal nach Mindelo ist lang und bietet uns einen wunderschönen Sonnenuntergang kurz vor dem Ziel.

Unsere Ankunft im Hafen von Mindelo hält jedoch eine unerwünschte Überraschung für uns bereit. Beim Anlegemanöver bei Nacht verfängt sich die Leine, an dem unser Nachbarschiff festgetaut ist, in unserem Ruder. Eifrige (und laute) Franzosen eilen uns zu Hilfe, es führt aber kein Weg daran vorbei, als unter das Schiff zu tauchen und die Leine frei zu machen. Brüderlich ziehen wir Strohhalme, um auszulosen, welcher Pechvogel im Hafenwasser Schnorchel und Taucherbrille setzen muss. Einige "Hauruckaktionen" später können wir die Pearl von ihren Fesseln befreien und am Schwimmsteg festmachen. Normalerweise machen wir uns Freunde auf andere Art und Weise. Die Franzosen zeigten aber grosses Verständnis für das Geschehene. Spätestens, als wir bei uns auf der Pearl gemeinsam die Gläser erheben, ist jeglicher Groll vergessen.

Freitag, 22. November 2019: Tag 9 – Wie weiter? Ab nach Brava! 

Es werden sämtliche Hebel in Gang gesetzt, unseren Motor wieder flott zu machen. Offenbar handelt es sich um ein Problem mit der Einspritzpumpe, was sich auf die Schnelle nicht beheben lässt, den Motor und somit uns aber auch nicht vor weitere Probleme stellt. Wir erhalten grünes Licht für die Weiterfahrt!

Wir entscheiden uns gegen die Rückkehr nach São Nicolau und weiter ostwärts nach Sal und Boavista zu fahren, sondern setzen Kurs nach Süden auf die Blumeninsel Brava. Wir legen um 14:30 Uhr ab. Uns steht die nächsten 20 Stunden eine abenteuerliche Überfahrt bevor. Wir verabschieden uns gebührend von São Vicente und beim Leuchtturm Farol do Cabo de São Vicente und setzen danach den direkten Kurs nach Brava.

Sobald es eindunkelt, wechseln wir uns Schichtweise ab, um das Schiff auf Kurs zu halten. Es ist eine tiefschwarze Nacht. Erst morgens um 3 geht der Mond auf und spendet etwas Licht. Jene, die wach an Deck sind, geniessen die Sternennacht und verfolgen die wenigen Schiffe in der Umgebung auf dem Radar. Die anderen versuchen in den Kojen etwas Schlaf zu finden.

Samstag, 23. November 2019: Tag 10 – Ankunft in Brava 

Nach der strengen Nacht, kommen wir um 11 Uhr in der Baia da Furna an und setzen Anker. Die einheimischen Fischer gehen uns zur Hand und helfen beim Setzen der Heckleinen und tauchen unter das Schiff, als sich eine der Leinen im Ruder verhängt (schon wieder…). Beim Deckschrubben stellen wir fest, dass sich zwei Flugfische in unserem Netz verfangen haben.

Wir nehmen ein Frühstück zu uns und entscheiden uns, am Tag nach der Überfahrt die Beine und die Seele baumeln zu lassen und entspannen uns auf dem Schiff.

Fortsetzung folgt...